Adrian Sirghita LL.M.

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Fachanwalt für HGesR

 

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Approbation / Berufserlaubnis Ärzte

Die Approbation als Arzt ist in Deutschland die staatliche Zulassung, den Arztberuf selbständig und eigenverantwortlich auszuüben. Erst wenn Ihnen die Approbation erteilt wurde, dürfen Sie die Berufsbezeichnung "Arzt" führen. Ohne Approbation bzw. Berufserlaubnis (dazu unten mehr) dürfen Sie in Deutschland nicht als Arzt arbeiten.

Erfolgreich Approbation beantragen

Kurz zusammengefasst müssen Sie in Ihrem Approbationsantrag folgende Punkte nachweisen:

 

  • Zeugnis / Diplom über den erfolgreichen Abschluss eines Medizinstudiums,
     
  • Keine Unzuverlässigkeit / Unwürdigkeit, den Arztberuf auszuüben (Stichwort: Unbedenklichkeitsbescheinigung, "Certificate of Good Standing" oder "Certificate of Professional Status",
     
  • Gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Arztberufs (Stichwort: ärztliche Bescheinigung oder ärztliches Attest),
     
  • Deutschkenntnisse (Stichworte: B2, Fachsprachenprüfung).

 

Weiterführende Infos zu den einzelnen Nachweisen entnehmen Sie bitte meinem "Ratgeber Approbationsantrag", denn - wie so oft - steckt der Teufel im Detail.

Unterschied zwischen Approbation und Berufserlaubnis

Die Berufserlaubnis erlaubt es dem ausländischen Arzt, nur vorübergehend als Arzt in Deutschland tätig zu sein. Während die Approbation zeitlich unbefristet ist, wird die Berufserlaubnis also nur für einen bestimmten Zeitraum erteilt. In vielen Bundesländern, wie z.B. Mecklenburg-Vorpommern, ist die Berufserlaubnis nur für ein Jahr gültig. Nach Ablauf des ersten Jahres kann die Berufserlaubnis um maximal ein Jahr verlängert werden. Eine weitere Verlängerung ist grundsätzlich nicht möglich.

 

Ein weiterer Unterschied ist, dass die Approbation auch zur selbständigen Tätigkeit als Arzt berechtigt (Stichworte: Arztpraxis, niedergelassener Arzt). Bei einer Berufserlaubnis ist dies nicht möglich. Hier können Sie nur als angestellter Arzt tätig werden. Die Berufserlaubnis beschränkt sich regelmäßig auf ein konkretes Anstellungsverhältnis, während die Approbation unbeschränkt ist. Haben Sie also eine Berufserlaubnis und wollen in ein anderes Krankenhaus wechseln, müssen Sie eine Änderung bzw. Neuerteilung Ihrer Berufserlaubnis beantragen.

 

Wichtig zu beachten ist noch folgendes: Sie können nur dann eine Berufserlaubnis beantragen, wenn Sie in einem Drittstaat, also außerhalb der EU und des EWR, Medizin studiert haben. Für den rumänischsprachigen Raum dürfte dies für jene Ärzte interessant sein, die in Moldawien bzw. Republik Moldau studiert haben.

 

Haben Sie Medizin innerhalb der EU oder des EWR studiert, können Sie keine Berufserlaubnis, sondern müssen gleich die Approbation beantragen.

Wann macht die Beantragung einer Berufserlaubnis Sinn?

Muster einer Berufserlaubnis

Wenn Sie in einem Drittstaat Medizin studiert haben, werden Sie sich wahrscheinlich fragen, warum Sie überhaupt eine Berufserlaubnis beantragen sollen. Sie könnten ja gleich eine Approbation beantragen, gerade weil Sie eventuell auch für die Berufserlaubnis eine Fachsprachenprüfung ablegen müssten.

 

Der Grund hierfür ist, dass ein Antrag auf Berufserlaubnis schneller bearbeitet wird. Bei der Berufserlaubnis wird nur geprüft, ob Sie ein ärztliche Ausbildung abgeschlossen haben und ob diese Ausbildung formal mit der deutschen Ausbildung vergleichbar ist. Man kann vereinfacht sagen, dass bei einer Berufserlaubnis verhältnismäßig oberflächlich geprüft wird. Die volle Gleichwertigkeitsprüfung, die bei der Beantragung einer Approbation anfällt, wird nicht dürchgeführt. Im Gegenzug wird die Berufserlaubnis in aller Regel nur mit Auflagen erteilt.

 

Problematisch sind Länder, in denen die ärztliche Ausbildung erst mit Abschluss der Facharztweiterbildung (Residentur) abgeschlossen ist. Haben Sie in Ihrem Herkunftsland die Universität abgeschlossen, aber noch nicht Ihre Residentur, können Sie bei einem Antrag auf Berufserlaubnis Probleme bekommen. Die Approbationsbehörde wird Ihnen entgegenhalten, dass Ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen ist, und Ihren Antrag ablehnen.

 

Doch auch für diese Fälle gibt es eine Lösung. Leider werden Sie von der Approbationsbehörde auf diesen Alternativweg nicht hingewiesen. Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren wollen, nehmen Sie Kontakt mit mir auf!

Praxistipp Berufserlaubnis

Insofern mein abschließender Praxistipp:

 

Beantragen Sie Berufserlaubnis und Approbation zusammen. Die Anlagen der beiden Anträge sind weitestgehend gleich. Eine eventuelle Fachsprachenprüfung gilt für Berufserlaubnis und Approbation. Der einzige Nachteil ist, dass Sie zwei Antragsgebühren bezahlen müssen. Aber wenn Sie am Ende durch die Berufserlaubnis früher anfangen können zu arbeiten, lohnt es sich auf jeden Fall, am Anfang ein bisschen mehr zu investieren.

 

Dann brauchen Sie sich für zwei Jahre um nichts weiter kümmern, und das zuständige Prüfungsamt kann in Ruhe Ihren Approbationsantrag bearbeiten.

 

Es gibt aber auch Ausnahmen: Es kann in manchen Fällen auch Sinn machen, dass Sie zuerst nur die Berufserlaubnis beantragen und später, z.B. nach einem Jahr, die Approbation beantragen. Das gilt insbesondere für Drittlandanträge, in denen für die Approbation die Gleichwertigkeit der Studienabschlüsse geprüft wird. Hier kann es gerade für Berufsanfänger, die Unterschiede zwischen den Studienabschlüssen nicht mit Berufserfahrung ausgleichen können, sinnvoll sein, zunächst Berufserfahrung zu sammeln und den Approbationsantrag erst später zu stellen.

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